Auf dem Weg nach Vancouver

Seit Mittwoch, dem 28.06., sind wir auf dem Weg nach Vancouver

Unsere Reise geht vom Nationalpark Pakwash in Ontario am 28.06. weiter über Winnipeg, der Hauptstadt von Manitoba in Richtung Vancouver.

Unseren bisher schönsten Stellplatz mit eigenem Strandabschnitt verlassen wir mit etwas Wehmut und schönen Erinnerungen.

Nun sind wir insgesamt schon zwei Monate in Kanada und haben noch knapp vier weitere Monate vor uns.

In der Zeit vom 1. Mai, an dem wir in Halifax unsere beiden Wohnmobile aus dem Zoll ohne Probleme herausbekommen haben, bis heute, haben wir über 8800 km geschafft. Inzwischen haben wir ein gutes Gefühl dafür, wieviel Zeit wir zur Erreichung eines gesetzten Zieles benötigen.

Wir haben die schon gebuchte Schiffsreise durch die Fjords von Goose Bay/Labrador bis nach Nain um 4 Wochen auf den 28.08. bis zum 01.09. umgebucht, damit wir genügend Zeit für den Sprung nach Vancouver haben.

Der Trans Canada Highway No. 1 ist vierspurig, und als Höchstgeschwindigkeit ist in Manitoba und in Saskatchewan 110 km erlaubt.

Stopp wieder in Kenora, Einkauf und dann weiter nach Winnipeg, wo wir einen Zwischenstopp am 29.06. einlegen.

Relativ gut und schnell erreichen wir Winnipeg. Da das Wetter gut ist, bis zu 26 Grad zeigt das Thermometer, nehmen wir unsere Fahrräder für einen Trip durch neu entstandene Parkanlagen am Museum of Human Rights.

Ich treffe vor dem Museum einen sehr „alten Bekannten“, etwas erstarrt, doch eindeutig wieder erkennbar:

Dort steht eine relativ große Bronzestatue von Radjive Ghandhi, der durch seine Friedensbewegung mit dem bedeutenden Friedensmarsch die Beendigung der englischen Kolonialherrschaft über Indien erreicht hat.

Er soll auch Funkamateur mit dem Rufzeichen VU2RG gewesen sein, wie Mohan Suri, VU 2MH vom indischen National Institut of Radio (NIAR), während unserer Dxpedition zu den Andaman Inseln im Jahr 2008, berichtet hat.

Ganz kann ich es nicht glauben und habe es sicherlich falsch verstanden.
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Zu seinem Gedenken hatten wir das indische Rufzeichen mit seinen Initialen RG, (VU4RG) bekommen. Es war zwei Jahre nach dem verheerenden Tsunami, der auch die Andaman Inseln voll getroffen hat. Die zufällig anwesenden Funkamateure einer internationalen Dxpedition hat entscheidend zusammen mit dem Militär die technische Kommunikation für die Hilfsaktionen und dem indischen Festland unterstützt. Seitdem hat der Amateurfunk in Indien eine hohe Reputation und auch eine deutlich gestiegene Nachfrage seitens junger Menschen für unser Hobby ausgelöst.

Ich fand es es als eine schöne Ehre, dass ich mit Helmut, Dl5dsm, unter diesem Call mit dem Hintergrund und meinem Wissen über die begnadete Wirkung von Radjive Ghandi für Indien, Funkbetrieb von Andaman Island aus machen durfte. Die Andamanen mit den Nachbarinseln, den Nicobaren, liegen ca. 1000 km vom indischen Festland entfernt, sie sind von den Funkern weltweit sehr begehrt, da sie für verschiedene Trophäen und Funkdiplome extra Punkte bringen.

Das Foto zeigt einen überlebensgroßen Ghandi mit Norbert, DJ7JC alias VU4RG.

Nach der Radtour machen wir uns auf den Weg Richtung West mit dem Fernziel Vancouver, noch 2800 km.

Renate findet wieder einen tollen Stellplatz auf einer Sportanlage, die auch frei für fremde Nutzung zur Verfügung steht…Wermutstropfen: Die Schienenfahrzeuge und Container-Züge laufen nur wenige Hundertmeter an diesem Platz vorbei…Ohropax hilft wieder, und in der Nacht ist Ruhe.

Freitag, 30.06.

Die Zeit des gemütlichen Frühstückens ist vorbei; ab nun sind Kilometer gefragt, und deshalb geht’s jetzt immer um Punkt 09:00 Uhr auf die Piste….so die neue Vereinbarung… schaunmermal!

Festlichkeiten am Canada Day, 150 Jahre Canada. Hier am Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Regina von der Provinz Saskatchewan. Tolles Wetter und tolle Events.

Festlichkeiten am Canada Day, 150 Jahre Canada. Hier am Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Regina von der Provinz Saskatchewan. Tolles Wetter und tolle Events.

Nach dem Frühstück geht’s dann los in Richtung Regina, der Provinzhauptstadt von Saskatchewan, was nur mit viel Übung flüssig ausgesprochen werden kann.

Von dort aus wollen weiter nach Calgary…in der Provinz Alberta, doch zuvor durch Saskatchewan … !

Am Samstag, den 01.07. wird überall in Canada die Gründung Kanadas vor 150 Jahren gefeiert. Wir wollen in der Provinz-Hauptstadt Regina dabei sein.

Der Zeitunterschied zu Deutschland ist jetzt noch einmal um 1 Stunde größer geworden; jetzt sind es 8 Stunden.

Der Trans Canada Highway no 1 führt oft schnurgeradeaus durch landwirtschaftlich genutzte  Flächen. Das weiß man ja, nichts wirklich Aufregendes, da müssen wir durch….der Lohn für die langweilige Fahrerei wird uns hoffentlich erst einmal in Regina erwarten.

Unterwegs steht einer dieser superlangen Containerzügen auf den Schienen. Eine gute Gelegenheit, um mit dem Auto-Tacho die Länge auszumessen: Ich messe genau die Länge dieses Güterzuges mit 3,8 km! Unbelievable! Zwei Loks vorne und hinten und eine Lok in der Mitte, wenn der Zug erst einmal rollt, braucht er sicherlich einige Kilometer bis zum Stillstand.

Wir erreichen nach 570 km am Freitagabend noch Regina. 5 km vor Regina folgen wir der Ausschilderung zu einem campground, der Rückstau von riesigen Wohnmobilen vor dem Eingang, schreckt uns ab. Ich kann mich auf Renate verlassen, die sich nicht beirren läßt und sich ins Zentrum von Regina wagt:

Und dann, wie es scheint, wieder der Lottogewinn: Stellplatz für unsere beiden Wagen mitten in der City im Grüngürtel, wo morgen die 150-Jahrfeier mit Feuerwerk stattfindet. Noch erwarte ich, dass man uns vertreibt…wäre schon schön, wenn wir in der Nacht hier stehen bleiben können.

Neben uns stehen auch zwei Camper, ein VWBulli und ein Pickup mit Hänger aus Quebec, die uns freundlich gegrüßt haben!

Der Parkplatz gehört hier zur Marina….na lassen wir uns mal überraschen.

Samstag schon um kurz nach Fünf kommen die ersten Teilnehmer an einer Regatta auf diesen Parkplatz an, auf dem wir ruhig schlafen konnten. Wie ich erfahre, findet diese Regatta am ganzen Wochenende statt.

Wir wollen von diesem Platz aus die an drei verschiedenen Eventplätzen stattfindenden 150-Jahr-Feierlichkeiten mit dem Fahrrad besuchen.

Jeder Tag ist voller Überraschungen und nicht immer stressfrei; es ist eben kein Pauschalurlaub, wie ich ihn vor vielen Jahrzehnten nach Remini erlebt habe. Alles war gut geregelt mit Vollverpflegung, festen Essenszeiten, zugeteilten Tischpartnern, Freizeitprogramm, mit Handtüchern auf den eigenen Liegestühlen am Pool, Disco am Abend, Transfer vom und zum Flughafen…na, das hatte ich mal alles in einem ganz früheren und irgendwie anderen Leben!

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