Caribous, Fjord.. und auf nach Fogo Island

Caribous, Fjord..und auf nach Fogo Island an der Nordküste von Neufundland

Auf dem Highway 430, dem Viking Trail, geht’s weiter Richtung Süden. Das Fahren auf der Paved Road ist angenehm, wenn doch endlich der Regen aufhören würde. Trotzdem ist es ungewöhnlich warm und schwül.

Fogo Island : das Zentrum der Welt..traumhaft schön, kein Regen, wunderbar frisch für eine Wanderung über die steilen, felsigen Klippen..Bänder sind fast tot, ich baue keine Antenne hier auf.

Fogo Island : das Zentrum der Welt..traumhaft schön, kein Regen, wunderbar frisch für eine Wanderung über die steilen, felsigen Klippen..Bänder sind fast tot, ich baue keine Antenne hier auf.

Wir machen einen Abstecher zu einem Visitor Center, das gleichzeitig auch Museum ist. Es liegt direkt an der St. Lawrence Bay, in einer kargen Landschaft, abfallend zur felsigen Küste. Hier haben sich vor 5000 Jahren die Eskimos angesiedelt. Die Funde der Archäologen sind zum Teil im Visitor Center in Vitrinen ausgestellt sind.

Plötzlich macht Renate einen „kleinen Aufschrei“, als sie eine Herde Caribous mit Jungtieren an der ca. 300 m entfernten Küste an uns vorbeiziehen sieht. Bislang haben wir nur Einzeltiere gesehen. Eine Herde, angeführt von einem prächtigen Geweihträger, haben wir bisher nur auf Fotos gesehen.

Wir erledigen mit dem schnellen Wifi unsere Emails, ich lese die neuesten Katastrophen-Nachrichten und denke dabei an meine Funkfreunde auf St. Martin, Kuba und Bonaire in der Karibik. Aber wir haben ja keine Klimakatastrophe. Dass Ost- und Nordsee sich doppelt so schnell erwärmen wie die Ozeane, erfreut doch die Touristen…! Wann erwachen wir? Florida und Texas sind doch weit weg, und das Gletschersterben merken wir noch nicht…Die Niederländer werden höhere Deiche bauen müssen.

Ich fahre mit einem schalen Gefühl zum Leuchtturm am Ende dieser Landzunge.

Es hat zu regnen aufgehört. Wir bereiten unseren Lunch, Picknick und frischen Kaffee zu und genießen dann den wunderbaren Blick auf die St Lawrence Bay. Es stehen zwei wunderschön geformte rote Holzsessel mit einem Tischchen für unser Pause bereit.

An vielen Stellen haben wir diese gelungene Form der Sessel schon gesehen. Man sitzt traumhaft darin, und Renate bekommt die Idee, sich solch eine Kombination für ihren Garten zu kaufen.

Inzwischen ist die grasende Caribou-Herde näher gekommen, aber noch zu weit weg, um von ihnen gute Fotos machen zu können.

Leider müssen wir unsere Picknicksachen unter die Arme nehmen, denn dunkle Wolken lassen Feuchtes erwarten. Rechtzeitig erreichen wir den Parkplatz, bevor es wieder wie aus Kübeln schüttet.

Ein weiterer Abstecher führt uns zu den Arches Provincial Park, gigantische von den Wellen über Millionen Jahre ausgehöhlte Sandstein-Felsen, die wie ein Viadukt geformt sind. Stark erinnern sie mich an die „Zwölf Apostel“ im Südosten Australiens, an der Great Ocean Road zwischen Adelaide und Melbourne.

Unser nächstes Ziel ist der „Gros Morne National Park“, wo wir an einer 2stündige Schiffstour auf dem Western Brook Pond, einem der schönsten Fjords überhaupt, teilnehmen. Die Autofahrt dorthin war ziemlich feucht, und wir können uns nicht richtig entschließen, die Bootstour zu machen. Vom Parkplatz aus sind es 3 Kilometer bis zur Bootsanlegestelle. Wir schwätzen mit deutschen Touristen, die mit einem Kreuzfahrtschiff unterwegs sind. Eine Dame kommt aus Essen-Rüttenscheid und kann es nicht fassen, als sie mein Essener Nummernschild sieht…!
Na, so etwas haben wir jetzt schon oft erlebt.

Viel interessanter war ein Gespräch mit einem Schweizer Paar und einem riesigen Truck als Wohnmobil. Sechs Jahre sind sie jetzt in Nord- und Südamerika damit unterwegs, haben zuvor ihr Haus verkauft und alles in der Schweiz aufgegeben…und sie machten einen glücklichen Eindruck, die Freiheit und ihre Unabhängigkeit strahlte aus ihren Gesichtern und den Erzählungen.

Im flotten Schritt bewegen wir uns dann endlich doch, um das Boot in einer 3/4 Stunde zu erreichen. Lange Schlangen am Bootssteg und vor den Ticketschaltern, überall stand „Reservierung erforderlich“. Wir waren am Ende der Schlange und bekamen noch unsere Tickets. Stürmisch war es, die Gischt spritzte über den Bug, mit meinem IPad vermied ich mich dort zu positionieren.

Renate stand dort tapfer mit ihrer Kamera und ließ sich nicht abschrecken. Der Fjord, mit vielen Wasserfällen und schroffen Steilküsten mit bis zu 720 m hoch, war atemberaubend.

Unser nächstes Ziel ist Fogo Island im Norden Neufundlands. Wir sind vier Wochen zu spät, um die Wale und Eisberge hier zu entdecken.

Schreibe einen Kommentar