Im geliebten Yukon am River Thakini

28. bis 31. Juli:

Im geliebten Yukon am River Thakini auf einem traumhaft schönen
und absolut ruhigen Campground

Von unseren schönen Standplatz aus Alaska kommend, kam eines dieser superlangen Wohnmobile und stellte sich neben uns. Ich entdecke zwei Amateurfunk-Calls mit großen Lettern und eine eingefahrene Mobilfunk-Antenne: K9DLT MIT XYL K7VUH. Wir kommen sehr schnell ins Gespräch und er zeigt mir seine Antennenlösung. Ein 10m- Fiberglasmast besonderer Bauart, von EAGLE, mit im Inneren des Mastes geführten Antennendraht, den er im eingeschobenen Zustand mit Kabelbinder außen am Mast befestigt. Ein AH4-Tuner von Icom am Fußpunkt, alles gut und mit dem großen Rahmen/ Chassis des Wagens verbunden als Gegengewicht. Er braucht nur knapp 10 Minuten und alles ist ausgefahren und er ist in der Luft. Ich brauche mindestens eine halbe Stunde, um meinen 8m- Fiberglasmast vom Auto abgesetzt mit Tuner und den beiden 20m-Drähten zu installieren. Ich fummele noch und er fährt schon QSOs…auf 20m. Als ich endlich soweit bin, ist 20 m tot. Er hatte gerade noch eine Öffnung erwischt, zwar nur bis Seattle…aber es klappte. Dann haben wir anschließend die Bänderöffnungen auf seinem 817 und meinem Flex-Rado 6700 verglichen. Ich hatte schon arge Zweifel, dass doch irgendetwas bei meiner Anlage nicht in Ordnung ist. Der Beweis kam dann, dass alles ok ist…die Bänder sind hier ab ca. 18:00 Uhr Lokalzeit total tot. Die gleiche Erfahrung hatte er auch schon gemacht. Insofern war ich erleichtert, dass in meinem System, bis auf die Wechselrichter- Störungen, alles ok ist.

Es geht nach ruhiger Nacht weiter im Yukon mit seinem faszinierenden Panorama. Glacier, Rocky Mountain View..nach über 3 Monaten Nordamerika haben wir immer noch nicht genug davon.
Wir finden 15 km ab vom Highway in totaler Wildnis an einem strömenden Fluß, der Thakini, in einem Tal von wunderschönen Bergen umgeben den gleichnamigen Campground .
Wir wollen einen Ruhetag einlegen, daraus werden drei Tage. Diese nutze ich, um die Antennen aufzubauen und noch weitere Festinstallationen der Coaxkabel im Wagen vorzunehmen. Auch will ich meine Antennen-Montage vereinfachen.
Hier herrscht absolute Ruhe und es ist traumhaft schön. Nachts ist es kalt und schalte früh die Heizung seit langer Zeit mal wieder ein und um auch Wasser für eine Dusche zu erwärmen.

Abends machen wir ein schönes Lagerfeuer. Auf diesen Plätzen sind fast immer dafür extra Feuerstellen aus Stahl und es liegen zugeschnittene Holzscheite vom Regen geschützt bereit. Super. Der Wald gibt genügend trockenes Reisig her und schon bekommt man das Lagerfeuer zum glühen…..! Romantik pur und keine lauten Camper mit ihren aus Bussen umgebauten fahrbaren Wohnhäusern…! Auch wenn die beiden US-Funker solch einen Schlitten haben, gehören sie nicht zur Kategorie Prollis. Solche Monsterautos haben häufig dann noch einen Pkw hinten dranhängen und fressen um die 25 bis 30 Liter Diesel.
In Valdez/Alaska gibt es ein RadioShack, der von einem Funker AL4O geleitet wird und gute Antennen dort stehen hat:, Hexbeam, 160 /80m-Antenne sowie VHF-UHF Antennen. Leider war er krank und ich konnte ihn wegen der condx zu dieser Jahreszeit von Alaska aus, nicht befragen.
Zur Zeit gibt es kein Polarlicht, da die Sonnenaktivität zu gering ist…und das heißt schon was!

Mit der aufgebauten Allbandantenne höre ich die Bänder ab.

Wieder die gleiche Situation: Antennen funktionieren, bestes SWR mit dem JC4-Tuner…doch kein Pieps auf den Bändern. Der Fiberglasmast steht frei am Ufer des Rivers, die Antennendrähte hängen frei, keine Berührung mit Ästen o.ä. . Eigentlich optimal. Wir befinden uns auf dem 60zigsten Breitengrad, also schon 1000 km südlich von Valdez/Alaska. 20 m ist eigentlich gegen 18:00 auf, also hoffe ich noch auf eine Öffnung.
In der Zwischenzeit verlege ich mein Coaxkabel fest im Wagen, so dass ich nicht jedes Mal das ganze Kabel neu verlegen muß und das aufgewickelte Ende, ca. 20 m, in der Garage aufgewickelt lagern kann. Dann brauche ich nur noch den Mast, je nach lokalen Bedingungen, zu montieren. Den Antennendraht unten am Fußpunkt verbinde ich mit dem Tuner und durch eine Rolle am oberen Segment des 8m-Mastes ziehe ich ihn und das andere Ende befestige ich hoch irgendwo in Bäumen, oder ziehe es schräg zum Boden. Das elevated Radial verspanne ich in ca 1,50 m Höhe . Klappt immer irgendwie.

Der Aufbau geht schneller als die mitgenommene CrankIr von SteppIr aufzubauen und Bandwechsel erfolgt direkt per Knopfdruck an der Station. Easy und schnell. Bei der CrankIr muss man zur Antenne laufen und den horizontalen und vertikalen Antennendraht auf das jeweilige Band kurbeln. Wenn die Bänder funktionieren, habe ich im Flex mehrere Bänder geöffnet und mit den CWSkimmern werden die Calls gelistet. Ich bekomme einen absoluten Überblick über bis zu vier Bändern. Diese Kombination macht auch im Wagen richtig Spaß. Mit einem kleinen zusätzlichen Monitor habe ich dann mit N1MM-Logprogramm und den CWSkimmern recht gute Arbeitsbedingungen…wenn die Bänder geöffnet sind…!!!

Renate arbeitet an ihren Videos und ich habe das CoaxKabel fast unsichtbar (ohne Bohrungen) im Wohnmobil verlegt. Wieder ein Stückchen weiter, um die Aufbauzeiten zu reduzieren.

Auf 20m kommen 2 Stationen aus den USA kurz vor 17:00 Uhr durch, gerade etwas über dem Noiselevel.
Der CWSkimmer kann die Signale soeben dekodieren.
Diese Situation entspricht derjenigen vor 2 Tagen. 20m geht kurz auf und eine Stunde später zu: Schalter umgelegt…Schluß mit lustig!

Um 19:00 geht hier endlich mal 40m auf, ich höre etwa 10 Stationen, bis auf Pv8adi aus Brasilien alles USA-Stationen. Das läßt hoffen…! Aber die Signale sind sehr schwach und mich hört man nicht.
Von einem Schweizer Ehepaar, das seit 15 Jahren hier in den Yukon zum Angeln kommt, haben wir 1Kg eingefrorenen Fisch bekommen. Den packt Renate in Alufolie und unerfahren wie wir sind, lassen wir ihn in der Glut ca 31/2 Stunden braten. Schön schwarz sah er aus, aber im Innern war er durchgebraten und schmeckte auch ganz gut…zu viele Gräten für mich !

Blauer Himmel am Yukon, absolute Ruhe hier, kein weiterer mehr auf dem Campground, der uns pro Nacht gerade mal 5 € kostet und tolles, trockenes Brennholz gibts dazu.

Wir wollen nach Whitehorse weiterfahren, ca 60 km. Wäsche waschen in einer großen Wäscherei und einkaufen, Wasser tanken und Glasflaschen wechseln. Wir sind fast autark.
Wassertanken kann man beim Dieseltanken auch an den Tankstellen, erfahren wir gestern. Die Klos leeren wir in den Plumpsklos, die es an den Highways gibt. Somit müssen wir nicht auf die teuren und überfüllten Campingplätze. Die unbewachten Campgrounds mit Selbstregistrierung sind von den „wirklichen Campern“ mit ihren riesigen Bussen nicht benutzbar, kein Strom für ihre Batterien usw. Unsere Solaranlagen arbeiten gut, auch meine, wenn ich den Wechselrichter abschalte.

No net, no service: erst in Whitehorse steht Wifi wieder zur Verfügung. Auch ich als Internetfreak komme inzwischen damit klar. Die Welt dreht sich auch ohne uns weiter und auf die Katastrophen-Nachrichten lerne auch ich, verzichten zu können. Nicht mehr 24 Stunden online sein zu müssen, befreit wirklich.

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