Irgendwo im Nirgendwo !

Sonntagmorgen, 11. Juni 2017
Irgendwo im Nirgendwo !   

Locator: EN96HA

Koordinaten: 46.010 Grad Nord  

81.400 Grad West (für Google Map)

 

Der Reifentest bei Canadian Tires ergab, was mir auch schon der TÜV in Essen auf meine Frage des Reifenzustandes analysiert hatte, dass die Reifen noch gut sind. Die Spuren an den Rändern der Profile kommen von den unendlichen Schlaglöchern auf den kanadischen Straßen und seien „normal“! Erleichterung!

Die Suche nach einem neuen IPad ist hier schwierig, die Supermärkte haben IT-Shops, auch mit Apple-Angeboten, die vom Preis her verlockend klingen, aber…max. Speicherplatz 32 GB…bei unserem Foto- und Videovolumen! Noch geht’s mit meinen Resourcen, auch habe ich für das alte IPad einen externen Stick, mit dem ich die Fotos auf meinen Laptop transferieren kann.

Der Kauf eines neuen Laptops ist trotzdem interessant, da die Preise hier fast 20% günstiger als bei uns sind. Aber deshalb fahren wir nicht nach Toronto in einen Apple-Shop!

Am 10. Juni kam die vorhergesagte tropische Hitze. Während der Fahrt kein Problem für die Klimaanlage (AC). Beim Not-Stellplatz unweit der Abfahrt vom Highway wurde der Wagen von der noch prallen Abendsonne schnell auf 30 Grad Celsius aufgeheizt. Gottseidank haben alle Fenster und auch die Seitentür Fliegengitter, denn jetzt würden Fliegen und Moskitos in fröhlicher Lust an uns interessiert, sich auf uns stürzen. Die kleinen Blackflies stechen zwar nicht, aber beißen, und holen sich frisches Blut, wie ich beim Schlag auf diese dann bemerkte, wie voll sie sich schon gesaugt hatten.

Von meiner Australien-Tour im November 2015 hatte ich noch sehr wirksames Insektenspray. Hiermit habe ich die vollbesetzten Fliegengitter eingesprüht. Voller Erfolg ! Gegen diese kleinen, lästigen Fliegen war ich also geschützt. Schon wieder dieses Aber: Fenster geklappt, Oberlichter offen, angenehmer Durchzug, es kühlt sich während der Nacht auf 24 Grad im Wagen ab…soweit so gut. Jetzt das Aber: Kräftige Windböen schütteln nicht nur den Wagen, was mich inzwischen ebenso wenig stört, genauso wenig wie der  weit entfernte Autoverkehr. Der Wind hat praktisch einen feinstaubigen Sandsturm verursacht und eine schön verteilte Sandschicht hat sich gleichmäßig im Wagen  verteilt. Also erst einmal alles abwischen, bevor der erste Kaffee gekocht wird und dann unter die kleine, wunderbare Dusche..was für ein Komfort auf wenigen Quadratmetern!

Viele, die mich von den Lesern dieses Blogs seit Jahren kennen, wissen, dass ich, was Ordnung anbetrifft, chaotisch unter dem Motto „Wer Ordnung hält, ist zu faul zum Suchen und im Chaos steckt auch immer ein Ordnungsprinzip, oder Genie …usw.“  es dennoch zu guten Ergebnissen  gebracht habe. Ich habe Freunde, die genau nach den gegenteiligen akribischen Ordnungsprinzipien leben…und wie meine Renate immer wieder sagt, man muss im Dunklen immer alles mit einem Griff wiederfinden. Nun lerne ich meistens sehr schnell über das „Prinzip Leiden“.

To change, to unlearn the old habits, is the most challenge in life“, peu-a-peu, step-by-step trainiere ich es nun täglich, mein Chaos zu verringern..noch bin ich davon weit entfernt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Jetzt, wenn diese dieses lesen, sehe ich das Nicken und Schmunzeln. Das Prinzip ist bei mir (noch) durchgängig: So sehen auch die Bildschirmoberfläche, der Desktop, meine Ordner für die Fotos etc. aus. Jetzt reicht es, und ich mache täglich kleine Schritte, die sich schon sehen lassen können. Mein Antennenmaterial, die Kabel, Drähte und sonstiges Zubehör sind schon übersichtlicher und sauber aufgewickelt bzw. sortiert….geht doch…meint meine liebe Renate!

Der Antennenaufbau reduziert sich inzwischen auf ca. 20 Minuten, die tatsächlich einen Gewinn an Lebensqualität… also im konkreten Fall, mehr Zeit für das Wesentliche, also für das Funken, bringen. Doch ist auch der Aufbau von Antennen eine Wissenschaft für sich. Ja Aber wieder: Was nützt es, wenn die Bänder fast tot sind.

Gestern kam, wie vorhergesagt, nach der brütenden Hitze bis zu 31 Grad, ein kräftiges Gewitter. Wir konnten noch rechtzeitig die Sachen in oder unter den Wagen oder der herausgefahrenen Markise vor den sintflutartigen Schauern retten. Renate war es gelungen, ein schönes Lagerfeuer an der dafür bereitstehenden Feuerstelle zu entfachen. Auch das Feuer ertrank dann nach heftigem Widerstand im steigenden Wasserspiegel.

Wir hatten Feuerholz und effektive Anzünder in einem Outdoor-Laden gekauft, nur 5 km von hier. Auch haben wir, wie sich zeigte, effektives Antimücken-Spray sowie Vollkörper-Fliegennetze gekauft.

Am Montag, den 12. Juni, machten wir eine längere Wanderung in diesem wunderschönen Provinz-Park. Der steinige, mit Wurzeln durchzogene Trail, sowie die vielen Steigungen hatten es in sich. Die letzten eineinhalb Km bis zu unseren Autos brachte uns an unsere Grenzen. zumal unsere Wasservorräte zu knapp bemessen waren. Etwa  9 km hören sich an, wie einmal um die Ecke gehen,, doch das stimmt nur im Flachland und bei unseren gut gepflegten und auf unseren normal geebneten Wanderwegen.

Auch frisst der Kampf gegen Mücken und Blackflies viel Energie. Ttrotz Netze, Antifliegenspray und Creme finden die Viecher dennoch Zugang an Körperstellen, wo sie unser Blut abzapfen können.

Wir kennen das noch sehr gut aus dem australischen Outback und Renate von ihrer Kanutour in Manitoba vor vielen Jahren. Das ändert allerdings nichts an unserem jetzigen Mückenproblemen.

Wenn wir heute, am Dienstag, den 13. Juni unsere Kayaks wieder aufpumpen und zu Wasser lassen, dann wird dem Sonnen- und Moskitoschutz mehr Aufmerksamkeit gewidmet.

Amateurfunk:

Die Bedingungen auf den Bändern sind immer noch genauso schlecht wie in den letzten Tagen an den anderen Standorten. Unterschiedliche Antennen brachten die gleichen Ergebnisse, also kein selbstgemachtes Problem. Wer von den Funkern unter den Lesern es genauer wissen will, schaue meine sich CQ-Tests auf der Webseite Revers Beacon Network (RBN) einmal an:
http://www.reversebeacon.net/dxsd1/dxsd1.php?f=0&c=Ve3%2Fdj7jc&t=dx

Ich habe ein paar Qsos auf 40 und 20m in Telegrafie/CW mit US-Stationen und starkem QSB / Feldstärkeschwankungen gefahren… es waren aber keine EU-Station zu hören oder zu lesen. Mit dem FlexRadio 6700 beobachte ich immer 2 Bänder mit zwei CWSkimmern. Die Bedingungen sind noch schlechter geworden, denn wenn vorgestern noch 20 bis 30 Stationen dekodiert wurden, sind es nur 6 Stationen auf den beiden Bändern. 30m könnte gehen, aber nur schwache Signale sind im Rauschen zu ahnen.  An Wochenenden ist immer eine größere Aktivität, jetzt in der Woche ist es ziemlich flau. Interessant und auch schön zu beobachten sind doch viele CW QSOs in Klartext mit Chat – Charakter.

Eine weitere, eher depressiv wirkende Beobachtung, sind die massiven Störpegel  auf allen Bändern. Obwohl mein Standort sich weitab der städtischen und industriellen Störnebel befindet,  sind die Bänder von 160m bis 20m mit einem hohen Grundstörpegel und offensichtlichen Radar- o.ä. Ausstrahlungen breitbandig verseucht. Nur zwischen diesen Störsignalen findet man noch benutzbare Frequenzen für unseren Amateurfunk. Auf den anderen Bänder werde ich auch noch Messungen machen. Dank FlexRadio 6700 plus CW Skimmer und dem relativ objektiven, weltweiten Revers Beacon Network – RBN, bekommt man saubere Vergleichsmessungen hin, die ich dann auch mit den verschiedenen Antennen hier testen werde.

Ich muß den Generator anschließen, die Sonne versteckt sich noch und die Solarpanels möchten zwar, aber können nicht genügenden Ladestrom für meine beiden Bordbatterien zum Nachladen erzeugen. In diesem Naturschutzpark gibt es keine Stromanschlüsse. Deshalb war der Generator eine supergute Investition.

Ich habe noch einen zusätzlichen 10m Fiberglasmasten, mit dem ich etwas abgesetzt eine 20m-Vertikal aufbauen werde. Dank der Recherche von Heye, DJ9RR, könnte es damit auf 20m etwas besser Richtung EU gehen. Zwar habe ich bei meiner derzeitigen Antennenlösung auch einen vertikalen Anteil, interessant wird dann der Vergleich zwischen diesen Antennen dann sein.

Renate ist mit ihrem Video-Schnitt, dem Texten und Vertonen beschäftigt. So kommt jeder von uns zu seinen jeweiligen Hobbies. Gemeinsam freuen wir uns auf einen ruhigen, vielfältig gegliederten Lake mit schroffen, steilen Küsten. Das Gestein hier ist sehr vielfältig, von Granit bis zu weißen und rosafarbigen Marmor. Je nach Sonnenstand ergibt sich eine bizarre Gemälde.

 

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