Moose in Alaska

Unsere erste Begegnung mit Elchen = Moose in Alaska

Wir warten in Dawson auf die Fähre, die uns über den Yukon-River bringen soll. Dann geht’s auf dem „Top of the world Hwy“ weiter in Richtung Alaska, wo wir 160 km hinter der Grenze zur USA in Tetlin Junction wieder auf den Alaska Hwy stoßen, dem wir bis Fairbanks/Alaska folgen wollen.

Ob wir das heute noch schaffen, ist momentan eine spannende Frage für uns.

Im Visitor Center in Dawson bekommen wir noch wichtige Infos für die Einreise in die USA.

Dann setzen wir mit der Fähre über den Yukon und befinden uns auf dem Top of the world Hwy.

Auf 1100 m Höhe haben wir einen phantastischen Blick und stoppen alle paar 100 Meter…na, so kommen wir nicht wirklich vorwärts. Wir sind ja auch nicht auf der Flucht und wollen die Schönheit hier genießen. Es war einmal die Hochburg der Cariboos, eine an diese Lebensbedingungen angepasste Rotwildart, deren Bestand wie durch „Geisterhände“ um 40% in den früheren Jahren reduziert wurde. Jetzt wächst die Population wieder.

Der zweispurige Highway ist eine Gravel-route, d.h. keine Asphaltdecke, sondern verdichteter Boden mit Split oben drauf. Hier kann man nur mit hohem Aufwand auf Grund des Permafrostes (Dauerfrost) asphaltierte Straßen bauen. Die Fahrerei ist anstrengend, denn viele Schlaglöcher und Spurrillen überraschen immer wieder. Leitplanken zu den steilen Abhängen gibt es nicht, also ist volle Konzentration erforderlich.

Wir sind in Alaska, die Grenzkontrollen waren schnell, einfach, und wir hatten noch eine gute Beratung zur Straßensituation.

Bis zum 14.Oktober können wir jetzt mit unseren Visa sooft wir wollen in die USA ein- und ausreisen.

Die Uhren haben wir auf Anchorage-Zeit umgestellt, d.h. eine Stunde zurück. Also haben wir jetzt 10 Stunden Zeitunterschied zur Sommerzeit in Deutschland.

Amateurfunk:

Am Grenzübergang Alaska, kl7/Dj7jc, in 1100 m Höhe, aber kein Signal auf den Bändern...

Am Grenzübergang Alaska, kl7/Dj7jc, in 1100 m Höhe, aber kein Signal auf den Bändern…

Wir machen einen Stopp kurz vorm Grenzübergang nach Alaska, auf etwa 1100 m Höhe. Ein tolles take-off für meine Funkerei müsste hier möglich sein. Ich habe zwei Antennen aufgebaut, Station angeschlossen und hoffe auf ein pileup. Nichts, absolut nichts…tote Bänder, keine einzige Station auf 20m, auf 30m oder 40m.

Ich habe schnell alles abgebaut und dann auf nach KL7, Alaska. Die Ausbreitungsbedingungen hier oben „ On the Top of the World“ muß ich noch studieren. Sommermonate mit fast durchgehender Helligkeit, Polkappen – Absorption ? Für die low bands klar, aber für die höheren Bänder? Kein Internet und somit kann ich mir auch nicht über voacap die derzeitigen Sonnenwerte etc ansehen.

Antennenauf- und abbau geht immer schneller und ist auch eine schöne Entspannungsübung nach stundenlanger und nerviger Fahrerei auf Gravel-roads (fester Untergrund mit Splitdecke)

Ab Tetlin Junction aus hoffen wir auf eine Paved Road (Asphalt), zwar dann mit viel mehr Verkehr und den riesigen Trucks, die es immer eilig haben, aber man kann trotzdem entspannter fahren und muss nicht den vielen Schlaglöchern ausweichen.

Es regnet kurz und verwandelt die Straßenoberfläche in eine matschige Rutschbahn. Mit Tempo 30 bis 40 km/h schleichen wir die Serpentinen hinunter, immer die steilen Abhänge mit im Auge.

Dafür eine sehr ruhige Nacht, aber morgens dann dichter Nebel. Es bleibt spannend.

Kurz vor unserer Weiterfahrt lichtet sich der Nebel.

Der große Verkehr blieb aus, es wird immer schöner, die Temperaturen steigen auf angenehme 24 Grad je weiter wir Richtung Westen kommen.

Im Infocenter in Tok, einem kleinen Örtchen sogar mit Postoffice, bekommen wir eine gute Beratung, um in den nächsten Tagen den bekannten Denali-Naturschutzpark zu besuchen.

In einem typischen fastfood Restaurant trauen wir uns, amerikanische Speisen zu essen. Naja, die Atmosphäre kennt man ja schon und ganz so schlecht wie unsere Vorurteile sind, ist das Essen nicht.

Etwa 120 km vor Fairbanks sehen wir endlich die ersten Elche/Moose. Wir stoppen am Straßenrand und bekommen sie gut vor unsere Linsen. Ein weiblicher Elch und erst nur ein männliches Tier, der friedlich grast. Aber als ein zweiter auftaucht, gibts Zoff. Der erste Elch, wohl auch von Figur und Statur der stärkste, machte ein paar flinke Sprünge, der jüngere gibt schnell auf und verschwindet im Gebüsch.

Unser Nachtplatz, ein etwas hochgelegener Parkplatz, bietet ein Panorama, welches kaum zu beschreiben ist. Viele Flussarme mäandern, dazwischen befinden sich kleinere und größere Inseln. Dort sehen wir wieder Elche, jetzt allerdings zu weit von unseren Kameras entfernt.

Der Hintergrund dieses Panoramas wird von den schneebedeckten und mit Gletschern belegten Rocky Mountains gebildet. Noch hängen einige Wolken und Dunst über den Rockies, zu hoffen ist, dass sich diese Wolken noch auflösen und der Blick auf die Bergkette ganz frei wird.

Diese Bilder kennt man, ich habe sie auch mit meinem Freund Michael aus Sydney auf einer gemeinsamen Südamerika-Tour in Bolivien erlebt. Die Rocky Mountains faszinieren mich immer wieder, ob hier oben in Alaska, im Westen von Canada bis hinunter an die Südspitze Südamerikas.

In solchen Momenten vergißt man schnell die ganzen Mühen und auch Strapazen solch einer Reise, das ist dann der Lohn dafür und hinterläßt tiefe Erinnerungen. Niemals kann ein Foto oder ein Film das persönliche Erlebnis ersetzen, jedoch nur für einen selbst der späteren Erinnerung dienen. Ich kann nicht verhehlen, dass mich ein so starkes emotionales Erlebnis nicht kalt läßt.

Wir müssen uns immer wieder kneifen, weil wir es nicht alles auf einmal erfassen und realisieren können und wir dieses alles erleben dürfen.

Wir sind in Alaska! Niemals bei unseren Reiseplanungen haben wir geglaubt, dass wir den weiten Weg hierauf schaffen würden. Jetzt sind wir hier! Das zählt!

Wenn ich mit diesem Blog, für mich sehr überraschend, einen relativ großen Leserkreis anspreche, wundert mich dieses immer wieder. War der Blog doch vor allem für meine Familie und für den engeren Freundes- und Bekanntenkreis gedacht. Für mich ist es eine Art Tagebuch, um bei den tausenden von Eindrücken und Erlebnisse einer solch langen Reise, später eine Art „Nachschlagewerk“ zu haben.

Vielen Dank für einige sehr schöne Rückmeldungen, die mich motivieren, den Blog fortzusetzen.

Dank auch an Günter, meinem Funkfreund (DK2DQ) in Dortmund, für seine Umsetzung meiner Texte und Fotos auf die Webseite. Kein einfacher Job, zumal ich immer wieder hier Probleme mit dem Internetzugang habe und Texte und Fotos getrennt ihm zukommen lassen muß.

Dank an meine Renate, die vor allem die Planungen und Vorbereitungen für diese Reise in monatelanger Kleinarbeit gemacht hat. Ihre Bücherregale sind gefüllt mit Büchern von A. Johann und anderen Reiseberichten sowie selber aus jahrzehntelangen Reise-Erfahrungen schöpfen kann.

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