Noch einmal Glück gehabt!

Noch einmal Glück gehabt!
Schleichender Plattfuß…
und notwendiger
Maintenance unserer Wagen in Flin Flon, Manitoba:

4 neue Reifen auf meinen Wagen
Linkes Abblendlicht repariert
Handbremse geprüft
Demontage des Reserverads unter Renates Wagen
Wassertanks gefüllt

Geschafft! Vier neue All-Season-Reifen wurden montiert, eigentlich solche für Trucker mit größerem Reifendurchmesser. Endlich stimmt die Anzeige der Geschwindigkeit auf dem Tacho mit dem GPS-System überein. Im Grunde stimmt eigentlich nichts mehr mit der Km-/Geschwindigkeit- und der Verbrauchsanzeige? !

Ich sitze mit diesen größeren Reifen höher und habe endlich einen größeren „Weitblick“ als Renate!

Sie ist ja unsere Pilotin, fährt immer voraus und sieht immer als erste die wunderschönen Ausblicke, die Bären (Black- and Brownbears), die Caribous, die Elche (Moose), die Murmeltiere (Woodchuck), die Erdmännchen, die Schildkröten, die Streifenhörnchen…., ach all das, was sich in dieser wundervollen Landschaft trotz Zivilisation und Klimawandel noch wohlfühlt.

Jetzt habe ich die Einbildung, dass ich all das genauso schnell wahrnehme…Einbildung eben, typisch für Männer, höre ich von irgendjemandem sagen…damit kann ich gut leben!

Entscheidend ist, dass mit den neuen Reifen die Sicherheit erheblich verbessert ist. Unglaublich, wie die alten Reifen abgefahren und mit Macken durch die scharfkantigen Schlaglöcher übersät waren. Es herrscht jetzt bei uns beiden große Erleichterung. Kaum auszumalen, wenn der schleichende Plattfuß im Nirgendwo, in der Pampa, ohne Netz und ohne Satellitentelefon, aufgetreten wäre.

Ein weiteres wirkliches Problem konnte Renate mit ihrem unter dem Wagen befestigten Ersatzrad lösen lassen. Es war so befestigt, dass es nur auf einer Hebebühne mit einem Spezialwerkzeug gelöst werden konnte! Unglaublich und sehr ärgerlich für sie, für uns! Der geschickte Mechaniker bei Canadian Tire in Flin Flon musste einen speziellen Fünfkantsteckschlüssel nach europäischer Norm zurechtschleifen.

„Well done“ lobte ich ihn und ein gutes Trinkgeld bewirkte, dass er nur trotz mehrerer Stunden Arbeit, eine halbe Stunde berechnen ließ.

All das und auch durch unser eigenes Missgeschick verursacht, war die verpasste Uhrzeitumstellung, die wir auf unseren analogen Uhren nicht vorgenommen hatten. Das kostete viel Zeit. Erst spät haben wir kapiert, dass Flin Flon schon in Manitoba in einer anderen Zeitzone liegt. Jedesmal kamen wir zu den uns von den Mechanikern genannten Zeiten zu spät…! Damit war der Tag fast gelaufen, denn wir haben die Zeit auf dem staubigen Parkplatz des Walmart-Shoppingcenters mit Free Wifi genutzt, um unsere emails, Blogs, usw. zu erledigen.

War auch irgendwie gut, haben wir uns zum Trost gesagt. Die plötzliche Hitze trieb die Temperaturen in unseren Autos zudem noch hoch. Begleitet von diesen Umständen kam noch hinzu, dass es nach dem Rauch roch, der von den in der Ferne sichtbaren Rauchwolken der Wildfires kommt. Nee, kein attraktiver Ort zum Leben.

Der Tag war irgendwie durch diese Umstände nervig.

Alle Ergebnisse jedoch höchst zufriedenstellend:

Ihr Ersatzrad hat Renate durch geschicktes Neuordnen aller Dinge in ihrer „Garage“ mit unterbringen können. Ursprünglich wollten wir es auf ihrem Fahrradständer mit Zugbändern befestigen. Sollte jetzt eine Reifenpanne auftreten, haben wir neben unseren Pannensets auch den schnellen Zugriff auf das Ersatzrad nebst Werkzeug.

Die verdammten „Hättesätze“ ersparen wir uns, denn unsere Sorgen wurden auf den tausenden von Kilometern immer größer. Die oft am Straßenrand liegenden Reifenreste und den hilflosen Campern, die sich immer wieder am Straßenrand mit Reifenwechsel abquälten, jagten uns unsere Sorgen immer höher.

Vorläufiges Ende damit, alles gut jetzt so!

Auf unseren meisten europäischen Straßen passieren solche Reifenpannen normalerweise nicht mehr. Deshalb gibt es, auch Dank der inzwischen guten Reifenqualtät, kaum noch eine Reifenpanne und die Auto-Hersteller haben das Ersatzrad eingespart! Dank ADAC/ACE oder andere Auto-Notdienste wird uns in EU schnellstens geholfen. Hier in Kanada kann das im Irgendwo Tage dauern!

Also es geht weiter, nachdem noch als I-Tüpfelchen obendrauf, wir unseren Wasserschlauch an den Werkstattkran bei Canadian Tire zum Abfüllen unserer Wassertanks nutzen dürfen.

Alles gut…wir fahren noch 100 km bis zum Provincial Park ISKWASUM, am gleichnamigen Lake. Die für die Boote vorhandene Launch zum Bootewassern nutzen wir, um unsere Fährräder im Wasser abzuwaschen, so dass wir sie wieder anpacken und montieren können.

Die letzten Wassertropfen in der mit Solarenergie betriebenen kleinen Dusche reichen für eine wohltuende Dusche, bevor ein schweres Sommergewitter mit Schauern, Sturmböen und wunderschönen Blitzen auf der anderen Seite unseres Lakes, durchzieht. Wir hatten unsere Logenplätze in unseren Wohnmobilen. Die abgekühlte, frische und sauerstoffhaltige Luft löste die Hitze und Schwüle des Tages ab.

Als das Gewitter weitergezogen ist, versuchen wir, den jetzt still und ruhig vor uns liegenden Lake vom schwimmenden Ponton aus zu genießen…das war jedoch auch wohl ein Lockruf für die Mücken…Schluss mit lustig…zurück in den schützenden Bereich unserer Wohnmobile.

Der Sonnenaufgang ist dann wieder traumhaft, eine traumhafte Idylle. In den aufsteigenden Nebelschwaden bricht sich das Sonnenlicht in allen Farben des Spektrums. Das Foto kann immer nur einen Teil der natürlichen Schönheit wiedergeben…dennoch es ist schön geworden.

Weiter geht’s in Richtung Winnipeg über gute Paved Roads, wenig Verkehr, traumhaft schönes Wetter. Der Winnipeg Lake interessiert uns, ebenso die Grand Rapids.

No Grand Rapids anymore…daraus ist ein Wasserkraftwerk gebaut worden, erklärt uns der Tankwart beim Bezahlen unserer Dieselrechnungen. Die vielen Starkstromleitungen in Richtung Winnipeg zeugen davon.

Nach 550 km finden wir in Eriksdale, 120 km vor Winnipeg, wieder durch Zufall eine Rest Area. Dieser Rastplatz lädt sogar zum overnight-parking kostenfrei.
Beim Sonnenuntergang sitzen wir draußen auf der Bank und sehen Kondensstreifen von zigFlugzeugen von Ost nach West fliegen, geschätzte Höhe 33 000 Fuß…also Ziele Vancouver oder Japan?
Wir zählen noch unsere Tage bis zum Abflug und planen, was wir vorher noch erledigen müssen.

In Vadez, Alaska, haben wir am 25.07. unsere Rückreise angetreten. Seitdem sind wir 5846 km gefahren. Der nördlichste Punkt in Alaska ist für uns Fairbanks am 64.-Breitengrad und 146 Grad West mit fast 23 Stunden Helligkeit am 19.07 gewesen.

Hier in Eriksdale sind wir am 50zigsten Breiten- und 98zigsten Längengrad West.

Weiter geht’s morgen um den Winnipeg Lake herum Richtung Osten und dann durchqueren wir Ontario und Quebec, um nach Labrador zum Ziel unserer Fjord-Cruise von Happy-Valley Goose Bay zu den Eskimodörfern am 28.08. starten zu können.

B.T.W. unsere Wahlunterlagen für die Bundestagswahl lassen wir postlagernd zum Postamt in Goose Bay schicken.
Wir sind gespannt, ob das klappt.

Schreibe einen Kommentar