Nördlich von Dease Lake/BC

Nördlich von Dease Lake/BC
230 km vor der Grenze British Columbia zur Provinz Yukon

GPS 57 29’ 04“ Nord, 130 02’ 55“

Die großen Brandherde haben wir jetzt weit hinter uns gelassen. Die Nachrichten sind noch voll davon, immer noch werden weitere Brände gemeldet und inzwischen zigtausende Menschen evakuiert. Noch nie gab es im Juli solch außergewöhnliche Trockenheit und Hitze in der Region südlich der Stadt Prince George, die als Zentrum für die Evakuierung dient.
Hier weit im Norden und ca 1000 km davon entfernt ist es richtig kühl und die ganze Nacht hat es Bindfäden geregnet.

Die malerische Strecke dieser Highways wird durch die tief hängenden Wolken vor unseren Kameras und neugierigen Blicken „geschützt“.

Auf dieser einsamen Strecke sind uns bisher 5 Schwarzbären begegnet, die schnell wieder zurück in das Dickicht der Wälder verschwanden. Ein junges Reh ist bei der Flucht umgeknickt und beinahe noch von einem hinter uns herfahrenden LKW erfasst worden; Glück gehabt.

Hier im Norden gibts nur noch kleinste Dörfer und wo wir stets nachtanken, nichtwissend wann die nächste Tankstelle mit Diesel kommt. Dieser ist hier sehr viel teurer; das gilt auch für die sonstigen Preise für Lebensmittel und Trinkwasser.

Irgendwie ist die Einsamkeit und auch der geringe Verkehr schön, auch dass diese unendlich langen Güterzüge hier die Nachtruhe nicht unterbrechen, aber für mich noch sehr gewöhnungsbedürftig, dass es überhaupt kein Mobilfunknetz gibt. Nun das gehört zu solch einem Abenteuerurlaub einfach dazu; einfacher und billiger kann man es haben, sich vor den Fernseher zu legen und die tollen Filmberichte im ZDFinfo etc über Kanada und der Tierwelt anzusehen.

Ist ja auch ganz nett, würde ein Freund zu mir sagen und wer hat schon die Zeit, Lust und das notwendige Rüstmaterial, Gesundheit und so weiter, um solch eine Reise zu wagen.

Die vorletzte Nacht hat es ununterbrochen geregnet, Außentemperaturen um die 7 Grad, 14 im Auto, und die richtigen warmen Klamotten angezogen, Gas sparen, also keine Heizung, aber einen heißen leckeren Kaffee zum Frühstück.

Der viele Regen hat hier bewirkt, dass die Wildfire Gefahr auf Moderate gesetzt wurde. Es muß noch bis vor kurzer Zeit auch hier sehr warm gewesen sein, denn aus den Wäldern an den Berghängen steigen breite Nebelschwaden hoch. Die Straßen sind trocken, wir fahren gemütlich durch diese bizarre Mountains – Landschaft. Schön wäre es schon, wenn die Sonne durchkäme und die Vielfalt der Farben noch intensiver und kontrastreicher würden.

Die Bären und Elche liegen irgendwo in den Wäldern, wärmen und warten auch auf wärmere Zeiten… auf jeden Fall sehen wir sie nicht…oder wie Renate immer sagt: „Im Wald tobt der Bär“.

Doch es hat sich noch einer auf die Pirsch gemacht und dieses Mal ist ein riesiger Braunbär, ein Grizzlybär. Ganz gemächlich trottet er über die Straße und wirft nur einen verächtlichen Blick auf uns. Bevor wir die Kameras zücken können, ist auch er im Wald eingetaucht.

Nun sind wir auf dem Alaska Highway in Richtung Whitehorse, noch ca. 180 km. Heute werden wir es nicht mehr schaffen und brauchen auch einen Campground mit Wifi, um diesen Blog und meine emails abzuschicken.

Wifi immer haben wir immer noch nicht, aber einen schönen Campground.

Ab jetzt geht's in die Wildnis, Highway 37 North Richtung Whitehorse und dann weiter nach Alaska.

Ab jetzt geht’s in die Wildnis, Highway 37 North Richtung Whitehorse und dann weiter nach Alaska.

Auch hier im hohen Norden haben riesige Waldbrände ihre obskuren Spuren hinterlassen. Meine Vermutung, dass man diese Brände nicht bekämpft hatte, bestätigt sich auf einer großen Informationstafel. Wie in Australien gehören auch hier die Brände zur Regeneration der Natur seit Jahrtausenden dazu. Aber auch hier wie in Australien nehmen die Feuer keine Rücksicht darauf, ob die Menschen sich in solchen Gebieten angesiedelt haben.

Wir sind heute Abend schon ziemlich nördlich, das GPS schreibt:

60 grad 06’ 35“ Nord und 132 Grad 33’ 11“ West

Wir begeben uns dann auf der Suche nach den Spuren der Goldsucher in Whitehorse und später in Dawson City, wo der Goldrausch im vorletzten Jahrhundert getobt hat.

Mit viel Glück finden wir dann eine Laundry und das Visitorcenter mit Wifi!

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