On the road again..

Dienstag, 08.08. 2017 bis 10.08. 2017

Wir machen Kilometer…die Tage fliegen dahin…von den Northwest Territories bis nach Goose Bay in Labrador sind es rund 6000 km. Am 27.08. wollen wir in Goose Bay sein.

Wir machen Stopps in:

Athabasca am Athabasca River auf den Spuren von Mackenzie und von Thompson in
Cold Lake, unserer letzten Station in Alberta,

Wir haben die „Schallmauer“ von 20 000 (in Worten zwanzigtausend) Kilometern am Ortseingang von Cold Lake City am Cold Lake durchbrochen!

Cold Lake liegt am Grenzübergang von Alberta nach Saskatchewan.

Unsere beiden Ducato Fiats haben die Gravelroads (Schotterstraßen) und die Paved Roads (Aspahltstraßen) mit den tiefen Schlaglöchern bislang gut weggesteckt. Nur mein linkes Abblendlicht ist blind, Ersatz und Einbau sind hier in Kanada schwierig. Auch nehmen wir uns ehrlich gesagt nicht die Zeit, um einen entsprechenden Händler mit Werkstatt zu finden. Mehrfache Versuche waren erfolglos.

Unser etwas größeres Problem, hm Problemchen, ist die äußere, schon fast eingebrannte Verschmutzung durch Staub und Schlamm von den Gravelroads und den langen Baustellen.

All das ist nur äußerlich. Das wichtigste ist, dass es uns bis jetzt gesundheitlich und auch psychisch gut geht.

Wir genießen diese vielen Abenteuer, Erlebnisse und auch die guten, netten Begegnungen mit den Einheimischen und auch anderen „Weltenbummlern“, die wir immer wieder treffen. Schön zu erfahren ist für uns, dass wir keine „Exoten“ sind. Wir haben viele Anregungen für weitere und weitere Reisen bekommen.

Na, erst werden wir diese Reise hoffentlich gut abschließen…dann die tausenden Fotos aufbereiten, eventuell stelle ich aus den Blogs ein Fotobuch zusammen.

Renate arbeitet sehr systematisch jeden Tag an der Dokumentation und bearbeitet auch schon ihre ersten Videos.

Wir stehen wieder direkt am Wasser in der wunderschönen Marina von Cold Lake. Keine Schilder gegen uns, wie „No overnight Parking“; selbst die tollen, sauberen Duschen dürfen wir benutzen.

Hier herrscht offensichtlich Wohlstand, alles vom Feinsten! Auf der Hinfahrt durchqueren wir Gegenden mit Ölfeldern, damit ist der Grund klar. Keine verfallenden Häuser mit Schrott rundherum, das Establishment wohnt großzügig mit einem entsprechenden Motorboot oder einer kleineren Jacht in der Marina. Just for fun, wie auch die riesigen 6-Liter-Pickups, von denen einige länger und breiter sind, als unsere „kleinen, nice and tiny“ Wohnmobile.

Der Norden von Alberta ist überwiegend flach und wird großflächig landwirtschaftlich genutzt. Getreideanbau und Viehzucht.

Bei einem kurzen Stopp auf dem Lande hält ein Pickup, und der Fahrer ist sehr interessiert an unseren Wohnmobilen, fragt u.a. nach Hersteller und fotografiert unsere Wagen, da er im Internet weitere Recherchen machen will. Das erleben wir sehr häufig, da viele anstelle der großen Wohnmobile und Wohnwagen nach kleineren Alternativen suchen.

Wenn ich dann noch von dem Dieselverbrauch erzähle, 7,5 Liter/100 km, kommt ungläubiges Staunen auf.

Das Umweltbewusstsein ist auf einem niedrigen Stand. Es herrscht keine „Atemnot“ wie in unseren Städten. Man sitzt im Auto, parkt, wartet auf irgendjemanden und lässt den Motor laufen, laufen und laufen. Selbst bei einer Außentemperatur 20 Grad. Ich frage einfach mal freundlich, nicht vorwurfsvoll und bekomme die klare Antwort: AC…für die Klimaanlage.

Der neueste Umweltbericht für Nordamerika gibt erschreckende Entwicklungen preis. Noch unterdrückt Mr Trump die Veröffentlichung. Die schon eingetretene Situation ist viel schlimmer, als bisher angenommen.

Wir beobachten nur etwas die Medien, Rundfunk, TV und Presse, dann kommt man zu den pauschalen Schluss, dass die Bevölkerung bewusst dumm gehalten wird, damit die herrschende Meinung der Herrschenden immer die ist, die als richtig akzeptiert wird.

Mein persönlicher Trugschluss, dass es hier in Kanada besser, aufgeklärter sei, als in den USA, stellt sich als wahr heraus. Nur es ist aufgrund der deutlich geringeren Bevölkerung und des weitläufigen Landes nicht sofort erkennbar. Waffenbesitz, so sagt mir ein Insider, sei hier genauso verbreitet wie in den USA. Nur der Verkauf sei etwas stringenter geregelt.

Wir sind jetzt in Saskatchewan, welches wir auf einer nördlichen Route durchqueren. Unsere weitere Reise wird uns durch Manitoba wieder nach Winnipeg bringen; Ontario und durch Quebec und dann Richtung Labrador/Neufundland mit dem Ziel, Goose Bay für unsere 5tätige Cruise durch die Fjorde mit Eisbergen, Walen und Eisbären zu den Eskimodörfern anzusteuern.

Ric Richardson, Mayor (Bürgermeister)von Green Lake, mit seiner Frau, einer medizinischen Heilerin im Stamm der Metis

Ric Richardson, Mayor (Bürgermeister)von Green Lake, mit seiner Frau, einer medizinischen Heilerin im Stamm der Metis.

Wir machen die Begegnung der besonderen Art und kehren beim Bürgermeister (Mayor) vom NORTHERN VILLAGE OF GREENLAKE ein. Ric Richardson, er gehört der indigenous Gruppe der M’etis an. Er begrüßt uns auf Deutsch: „ Herzlich Willkommen, ich bin der Bürgermeister von Green Lake!“ Über diese Gruppe von Mischlingen erfahren wir vieles von Ric und seiner Frau, die die traditionellen Heilmethoden dieser Kultur beherrscht.

Für diejenigen Leser, die sich für die traditionellen medizinischen Behandlungsmethoden der Naturvölker (Aboriginal People) interessieren, empfehle ich seine Webseite.
In Prince Albert, am 53sten Breitengrad, in Saskatchewan befinden wir uns schon sehr viel weiter südlich. Der Sonnenuntergang ist 2 Stunden früher und es wird wieder richtig dunkel, wie wir es aus der unserer Region her gewohnt sind.

Wir haben eine recreation area gefunden, die uns eine ruhige Nacht verspricht. Der Schwarzbär hat uns schlafen lassen.

Morgens, am 10.08. geht’s weiter. Unterwegs sehen wir einen kräftigen Schwarzbären am Straßenrand. Er ärgert sich offensichtlich über die Autos, die ihn nicht die Straße überqueren lassen.

Weitere 530 km geschafft, heute am Donnerstagabend erreichen wir Flin Flon. Na, wer kennt schon Flin Flon an der Grenze zwischen Saskatchewan und Manitoba?

Hinter uns liegen auch 200 km Gravelroad. Staub ohne Ende! Beim Dieseltanken sehe ich, dass das linke Vorderrad schlapp macht. Glück im Unglück : Canadian Tire ist nur knapp 2km von hier. Morgen früh werde ich gleich den Reifen hier reparieren lassen oder 4 neue Reifen  kaufen. Der Herbst und auch die ersten Schneeflocken kommen hier in Canada manchmal erschreckend früh. Schon lange wollte ich Alljahresreifen gekauft haben.

Auf der Strecke riechen wir wieder Rauch von Waldbränden, die wir auch bald sehen. Wie ein Atompilz steigt der Rauch empor, das Sonnenlicht taucht den Rauch in ein friedliches, liebevolles Rot. Ein Hubschrauber fliegt die verschiedenen Brandherde ab. Da es hier weit und breit keine Wohnbebauungen gibt, läßt man die Brände sich austoben.

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