Prince William Sound/Alaska

Uns gibt’s wirklich….Renate und ich! Bei 32 Grad Fahrenheit = 0 Grad Celsius
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im Prince William Sound auf dem Weg mit der LULU-Bella
zu den Walen, Seelöwen, Eisbergen und den schmelzenden Gletschern. .

Valdez 24. -27. Juli 2017 am Prince William Sound
GPS: 61 Grad 07’ 38“N 146 Grad 20’ 32“ West

Columbia-Gletscher im Prince William Sound/Alaska

Columbia-Gletscher im Prince William Sound/Alaska

Eigentlich wollten wir nur einen Tag in Valdez bleiben. Aber es hat sich gelohnt drei Nächte zu bleiben und sehr ausgefüllte Tage zu erleben. Auf dem Weg von Anchorage hierher stoppen wir am Worshington Gletscher, den Renate schon vor 25 Jahren besucht hatte. Die kümmerlichen Reste zeigen uns das Gletschersterben in einem ungeheuerlichen Ausmaß, erschreckend.

In Valdez endet die längste überirdische Öl-Pipeline, 800 km lang, denn der Permafrost läßt keine unterirdische Verlegung zu. Valdez ist ein Dorado für Fischer und Angler und Ausgangspunkt für viele Tages-Kreuzfahrten zu den Wal- und Robben-Gebieten sowie den Gletschern im Prince William Sound.

In der Öl-Pipeline wird das Öl vom Norden Alaskas in die riesigen Tanks mit je 66 Millionen Litern Fassungsvermögen gepumpt und mit riesigen Tankschiffen in die Welt transportiert.

1989 kenterte die Exxon-Valdez und 38 Millionen Liter des geladenen Öl ergoßen sich in die Buchten des Prince William Sound vor Valdez mit den Umweltschäden größten Ausmaßes, die noch heute nachwirken.

Eine andere Katastrophe trat 1964 auf, als ein Erdbeben die Stadt Valdez total zerstörte. Von 600 Einwohnern überlebten 64 diese Katastrophe nicht. Die Stadt wurde nach dem alten Vorbild vier Meilen südlich wieder aufgebaut. Ein relativ großer Hafen dient heute vor allem der kommerziellen Fischerei neben den vielen Booten für Angler und Ausflugsschiffen für Kreuzfahrten.
Auf der Pier befinden sich zwei überdachte lange Tische zum Filetieren und zur weiteren Bearbeitung der frisch gefangenen Fische. Ein Angler erzählte uns, dass er in 15 Minuten die 8 vor ihm liegenden Lachse gefangen hatte. Solch ein Fischreichtum ist ein Anziehungspunkt für die Hobby-Angler und vor allem für die Fischerei-Branche. Gefischt wird nachts und spät abends werden am Ufer laute, ja sehr laute Böllerschüsse gezündet, um die Fische in die Netze der Fischer zu treiben.

Etwas weiter südlich werden die Öltanker aus den Öltanks beladen. Hier befindet sich die größte schwimmende Pier, um unabhängig von dem Tidenhub zu sein.

Wir buchen eine Tagestour mit der kleinen LuLu-Bella zum Prince William Sound und dem Columbia Glacier, ein flottes Besichtigungsschiff für bis zu 60 Passagiere,

Das ist bis jetzt der unvergeßliche Höhepunkt unserer langen Reise.

Der Kapitän, ein Urgestein aus Valdez, erzählt, erläutert und informiert pausenlos in den 8 Stunden unserer Reise. Wir lernen viel über die Region, über das 1964er Erdbeben und die Ölpest durch die Exxon-Valdez im Jahr 1989.

Dieses Mal sehen und begegnen wir alles:

Seeadlern, Seeottern, Seelöwen, vier Orkas ( Killerwale) und einen Buckelwal.

Der Kapitän navigiert sein Schiff durch die Eisfelder mit großen und vielen kleinen Eisbergen, bis wir endlich an die Front des einst riesigen Columbia Gletschers ankommen.

Renate ist beim Anblick des Gletschers total irritiert. Als sie vor 25 Jahren hier war, stand er noch in „voller Blüte und Größe“ und füllte die Schluchten. Ganze Gletscherarme sind mittlerweile weggeschmolzen und übergeblieben sind Geröll, die vom Gletschereis feingeschliffen und mit ins Tal geschoben wurden.

Wir erleben das Kalben dieses Gletschers gleich mehrere Male, als großflächige Eisplatten abbrechen und mit lautem Getöse ins Meer stürzen.

Renate spricht den Kapitän an, der ihr bestätigte, dass die jetzt durch einen Felsen unterbrochene Gletscherwand vor 25 Jahren eine Einheit bildete und dieser Felsen vom Eis bedeckt war.. Auch war Dicke des Gletschers doppelt so hoch und ragte 500 m weiter in das Meer hinein, wo wir jetzt mit der Lu-Lu-Bella liegen.

Wer dieses Gletschersterben noch als normal beschreibt, vergißt, dass sich die Gletscher über 20000 Jahren immer wieder in den langen Wintern regeneriert und sogar gewachsen sind.

Mit dem Gletschersterben verändert sich auch bei uns sehr viel, denn durch die Gletscher in Alaska wird unser Klima in Europa wesentlich mitbestimmt. Der Verlauf des Golfstroms, mit seinem enormen Einfluss auf unser europäisches Klima, wird durch die riesigen kalten Wassermassen der Gletscherschmelze verändert. Der Meeresspiegel steigt jetzt schon bedrohlich an…und…und! Es gibt genügend Szenarien dazu. Nur hier in Nordamerika erleben wir schon die direkten Auswirkungen.

Noch können wir die Schönheit der Natur, Flora und Fauna, die faszinierenden, fast noch unberührten Landschaften, voll bewundern und bestaunen und sind dankbar dafür.

Auf der Fahrt von Valdez Richtung Kanada über Tok sehen wir einen Braunbären und einen riesigen Elch mit frischem Geweih. Sie laufen uns direkt vor der Nase über die Straße. Wohlweislich haben wir unsere Geschwindigkeit gedrosselt, zum Ärgernis einiger ganz Eiligen.

Wir kommen an eine sehr lange Baustelle, die mit „Stopp“ zum Halten zwingt. Dieses Stopp-Schild wird von einer Person gedreht und mit „ Slow“ wird die Weiterfahrt freigegeben . Nichts besonderes, eigentlich. Hier kommen jedoch zwei Baustellenfahrzeuge, die uns zur Weiterfahrt abholen. Das erste ist ein Tankwagen mit Sprühanlage, der die neu mit Split belegte Gravelroad mit Wasser besprüht, damit sich nicht riesige Staubwolken bilden können. Der zweite Wagen ist ein PKW, mit einem großen Schild hinten auf der Stoßstange mit der Aufschrift „Pilot, follow me“. Die Baustelle scheint kein Ende zu nehmen, nach gefühlten 15 km findet sie dieses Ende und durch ein freundliches Winken bedanken wir uns für diesen Service.

Ende der Geschichte Parkstrafzettel: einige von Euch haben sicherlich vor ein paar Tagen hier im Blog gelesen, dass wir in Anchorage Strafzettel auf unserem Nachtparkplatz bekommen haben. Unsere E-Mail mit dem Einspruch und den kopierten Quittungen für die Parkgebühren wurden akzeptiert und es gab sogar eine Entschuldigung! Ende gut, alles Gut!

Wir stehen im Wrangell-Nationalpark ca. 60 km vor Tok am Alaska Hwy 1. noch weitere 100 km und wir sind dann wieder in Kanada. Hier herrscht ganz wenig Verkehr, das läßt auf eine ruhige Nacht hoffen.

GPS: 62 Grad 57’ 35“ N, 143 Grad 21’ 13“ West

Km-Stand: 16 148 km

Es regnet und es ist saukalt im Wrangell NP. Gottseidank hat es während der Cruise auf der Lu-Lu-Bella im Prince William Sound nicht geregnet.

In Anchorage bekam ich endlich neue Wischerblätter einem Autoteileladen für meinen Fiat und die Windschutzscheibe wird endlich wieder streifenfrei sauber.

In Kanada hatte ich kein Glück für neue Wischer, dort gibt nur für den Fiat 500 Ersatzteile.

Nach ruhiger Nacht scheint wieder die Sonne und wärmt unsere Wohnmobile rechtzeitig zum Frühstück auf.

Wieder im Yukon/Kanada, Antenne aufgebaut...tote Bänder immer noch.

Wieder im Yukon/Kanada, Antenne aufgebaut…tote Bänder immer noch.

Bald verlassen wir Alaska und damit die USA. Ich bin dankbar dafür, diesen Zehntägigen nicht eingeplanten Abstecher doch gemacht zu haben, fühle mich aber sicherer, wenn wir wieder in Kanada sind.
Wir stehen nach 300 km an einem schönen See, etwas ab von dem Higway. Jetzt in Kanada. Ein weiteres Langes, ja sehr langes Wohnmobil gesellt uns dazu: Zwei Calls stehen auf dem Wohnbus: K9DLT und K7VUH. SCHNELL KOMMEN WIR INS Gespräch, mich fasziniert seine Antenne, ein eingefahrener 10m-Fiberglasmast, fest montiert…von Eagle gekauft. Mit einem Tuner AH4 am Fußpunkt stimmt er ihn ab. In wenigen Minuten ist er in der Luft und fährt auf 20m ein CW QSO. Ich baue meine Antenne auf…und in diesem Augenblick gehen die Bänder zu. Auch er hört nichts mehr.

Seelöwen unter sich...

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