Sault Ste. Marie, Ontario

Am Abend, den 17.06., stehen wir direkt an dem Zusammentreffen der drei großen Seen in Sault Ste. Marie, Ontario :

Lake Huron – Lake Michigan – Lake Superior

Locator : EN76TM

GPS : 46.515 Nord , 84.343 West

Wasserkraftwerke überall, die die Wasser-Energie der Höhenunterschiede in elektrische Energie umsetzen.

Von unserem Stellplatz aus haben wir einen atemberaubenden Blick auf’s Wasser und den riesigen Brückenbauten, die Canada mit den USA verbinden,

Auch von hier aus wollen wir nicht in die USA, auch wenn die Nähe verlockend ist und die in der Dunkelheit weit sichtbaren farbigen Lichtspiele der Nationalflagge den großen Nachbarn ankündigen.

Auf der Fahrt hierher nehmen wir zwei junge Tramper mit schweren Rucksäcken mit. 25 Jahre alt, ungarischer Herkunft, Thomas ist mit 18 nach Deutschland ausgewandert und verdient dort sein Geld als Friseur. Spricht sehr gut Deutsch und Englisch, sein Freund kann nur ungarisch sprechen. Sie wollen bis Vancouver, von dort nach Japan. Thomas will alleine dann für ein Jahr weiter nach Neuseeland, mit seinem Work-and-Travel Visum. In seinen jungen Jahren hat er die Welt schon gut bereist. Wir tauschen uns lebhaft aus, denn für viele Orte in Asien, Indien etc. haben wir gemeinsame Erinnerungen. Spannende Geschichten, die das Leben schreibt.

Die Nacht verbringen sie irgendwo in ihrem Zelt und werden heute noch ein Strecke mit uns weiterfahren Richtung Thunder Bay, bevor wir dann den Trans Canada Highway für unsere Fahrt nach Labrador verlassen.

Auf der Strecke hierher konnten wir beobachten, dass weite Teile noch von der Raupenplage befallen sind, jedoch nach 50 bis 60 km wurden die Bäume wieder grüner und hatten diese Plage offensichtlich überstanden, sie treiben neue Blätter aus. Hier sind überhaupt keine Raupen mehr an den Bäumen zu sehen, auch sind die Mückenprobleme zu vernachlässigen, so dass Renate und ich noch einen schönen Spaziergang entlang der letzten Meter des Lake Huron machen können.

Im Supermarkt Walmart gibt’s ein schnelles wifi. Die letzten heute.de – Nachrichten berichten ausführlich über das Leben des gestern verstorbenen Altkanzlers Kohl.

Die räumliche und zeitliche Distanz zu den Vorgängen in EU und Deutschland tut schon gut, relativiert alles etwas. Doch mit direktem Blick auf das „Trumpland“ sind die dortigen Entwicklungen schon etwas mehr als beängstigend.

Morgens kommen die beiden Tramper-Freunde wie vereinbart zu unseren Wagen. Todmüde, da sie keine nächtliche Bleibe gefunden hatten. Wir nehmen sie mit in Richtung Westen auf dem Trans Canada Highway 17 bis zum Campground in Wama. Unsere Fahrt geht weiter auf dem Hwy 17, wo wir einen Platz direkt neben der Straße am Bogle Lake mit direktem Blick finden. In der Hoffnung, dass der LKW-Verkehr nachts abklingt, bleiben wir stehen…doch weit geirrt, es ist ein Stopp für Trucker, die dort ihre Pausen bei laufenden Motoren machen.

Das ist das noch kleinere Übel. Bei Dämmerung werden Die Moskitos so aktiv, dass sie uns die ganze Nacht beschäftigen. Irgendwie finden sie sowohl bei Renates als auch bei meinem Wagen durch die Lüftungsgitter einen Zugang in das Innere unserer Wagen. Der beginnende Kampf wurde zwar nach Stunden gewonnen, mit viel Spray, Fliegenklatsche, den bloßen Händen etc.. Dann kam das nächste Unerwartete: Auf der anderen Seite des Sees waren Elche, die sich lautstark „unterhielten“ und deren Brüllen durch das Heulen eines Wolfsrudels unterstrichen wurde.  Es ist so dunkel, dass man nichts sehen kann. Irgendwann kippt mich die Müdigkeit in einen Tiefschlaf, dank Ohropax und Antimückenspray.

Das Lüftungsgitter dichte ich mit Klebebänder ab, jetzt kommen hier keine Moskitos mehr durch.

Auch das ist Kanada, wie es im Buche steht. Es gibt kein Beschwerdemanagment und keine Rückerstattung, aber tiefe Eindrücke, die man als Fünf-Sterne-Tourist nie erleben kann…sicherlich auch nicht möchte.

Im kleinen Örtchen Marathon machen wir kurze Zwischenstation. Auf dem Hwy 17 wurde wir von der Polizei gestoppt, da unsere letzte Tankstelle von einem Camper ohne Bezahlung betrogen wurde. Dank der Belege können wir weiterfahren. Der Polizist war sehr freundlich und dabei sehr klar in seinen Fragestellungen. Übrigens, wie man es ja aus amerikanischen Krimis her kennt, fährt die Polizei per Blaulicht und Sirene hinter einem her und erwartet, dass man rechts am Straßenrand stoppt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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