Six Mile Lake and Georgian Bay

9. Juni, Six Mile Lake – 10.Juni, Georgian Bay

Wir sind auf dem Weg Richtung Westen. Den riesigen Park Algonquin haben wir schnell wieder verlassen, zwar wunderschön, doch beim Verlassen unserer Wagen waren wir eingehüllt von den winzigen Black Flies und den ersten Moskitos.
Wir wissen, dass wir, sobald das Wetter endlich freundlicher wird, nur mit Netz und Mückenspray die Anzahl der Stiche reduzieren können…aber nicht doch jetzt schon, in diesen Wochen des unaufhörlichen Regens.
Wie wir es auch gut können, so auch die Canadiens, man klagt auf hohem Niveau über die größten Jahrhundertregenfälle, unglaublichen Überschwemmungen landesweit, wenn es aber heiß wird, klagt man über Trockenheit und Dürre.
Für Kurzurlauber war dieser Frühling buchstäblich ins Wasser gefallen. Wie mein iPad Air, es verträgt einfach kein Wasser, noch mache ich Rettungsversuche, aber wenig Hoffnung.
Gottseidank habe ich noch ein älteres iPad und meine iPhones, durch die automatische Synchronisation ist Vieles geblieben ..!
Wir sind seit 3 Tagen am Six Mile Lake, 150 km nördlich von Toronto, internetfreie Zone, deshalb etwas Blogpause, ein idealer Campingplatz direkt am Lake, phantastisch, um unsere Kayaks aufzupumpen, zu wassern und zu paddeln – abends, kurz vor Sonnenuntergang bei absoluter Windstille, Zwielicht, spiegelglatter Wasseroberfläche, mit wunderschönen Lichtspielen, die sich von Minute zu Minute verändern, Vollmond, der sich im Wasser spiegelt, eingebunden von einer bizarren Küstensilhouette.
Unser gemeinsamer Traum von Kanada erfüllt sich auch hier, fast vergessen sind die fast 80 % Regentage, die Sonne scheint mit voller Juni-Kraft, die Fliegen und Mücken haben hier den Temperaturanstieg auf 23 Grad noch nicht bemerkt…erst jetzt am 3. Tag finden sie ihre Beute, vor allem Renate ist das Opfer … Mein Blut schmeckt ihnen nicht so richtig, oder ich habe ein zu „dickes Fell“?
Doch schon ziehen Cirren auf, das heißt, Regen innerhalb von 36-48 Stunden, also heute alles einpacken, und die „Karawane“ zieht weiter, in der Hoffnung, dass weiter im Westen alles besser wird!
Hier am Six Mile Lake habe ich viel Platz, um Antennen aufzubauen und meinen Honda-Generator laufen zu lassen.
Wenn es mal eine Bandöffnung gibt, klappt es auch von hier nach Europa, aber nach wie vor sind die Funk-Ausbreitungen miserabel. Einmal sehe ich dl1t, unser Call von der Clubstation, im CW skimmer, doch zu spät bemerkt.
Nachdem wir alles wieder verstaut haben, fahren wir los in Richtung Southhamton. An der Georgian Bay, im kleinen Ort Meaford, finden wir im Hafen wieder einen kostenfreien Parkplatz mit Blick auf die Marina. Nachmittags haben wir zuvor unsere aufgebrauchten Vorräte im Supermarkt Walmart und auch eine leere Gasflasche ersetzt.
Sonne und die Autofahrt haben die Bordbatterien wieder aufgeladen. Mit den Solarpanels sind wir fast autark, nur wenn ich die Station betreibe, schafft die Sonne es kaum, den Energiebedarf zu decken.
Dann muß der Wagen ans Netz oder ich darf den den Generator anwerfen.

Heute, am Samstag, den 10.06., wollen wir in Owen Sound bei Canadien Tires, einer großen Reifenhandelskette, meine arg strapazierten Reifen überprüfen lassen. Hier in Kanada sind fast alle Geschäfte 7 Tage und 12-14 Stunden pro Tag geöffnet.
Die Juni-Sonne zeigt endlich, was sie kann; wenn die Vorhersage zutrifft, wird es in den nächsten Tagen tropisch heiß…!
Dann soll unsere Reiseroute an der Küste des Lake Huron in Richtung Norden weitergehen.
Solche Geheimtipps bekommen wir von den Menschen in Ontario, die den Kontakt zu uns suchen, wenn sie unsere „Tiny Vans“, unsere niedlichen, kleinen Wohnmobile sehen. Wir sind mit  unseren „Twins“ hier Exoten, unglaublich, wie viele sich über unser Kombipakt wundern, stehenbleiben, oft auf uns zugehen und sehr neugierig und uns interessiert ausfragen.
Mehrfach wurde das D im Nummernschild als Herkunftsland Holland interpretiert, bis wir dahinter kamen, dass es als „Dutch“ übersetzt wird.
Diese kleinen Vans/Wohnmobile haben den Vorteil für uns, dass wir auf den großen Campingplätzen nur einen Stellplatz benötigen und für den zweiten Wagen einen relativ kleinen Zuschlag zahlen müssen.
Dann reduzieren sich die ansonsten hohen Platzkosten deutlich.
Meistens suchen wir uns Plätze für die Nacht außerhalb der Campgrounds, nur in den National oder Provincialparks müssen wir diese ansteuern.

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