Von Labrador City weiter geht’s nach Churchill Falls.

Von Labrador City am 23.08. 2017 – weiter geht’s nach Churchill Falls.

Labrador City mit rund 15 000 Einwohnern bietet alles, was wir für uns und unsere beiden Wohnmobile benötigen. Diese leisten uns wirklich treue Dienste. Wir hoffen natürlich, dass es bis zum Ende unserer Tour auch so bleibt.

Unsere Wassertanks sind gefüllt, und bei der nächsten Tankstelle wird Diesel getankt. Dieser ist hier in Labrador wesentlich teurer : 1,31 $ pro Liter statt 0,95 $ in Ontario.

Im IGA, einem wesentlich besseren Supermarkt als Walmart, kaufen wir noch für die nächsten Tage ein.

An Touristen werden für diese Strecken ohne Notruf-Telefon-Zellen und ohne Mobilfunk kostenlos Satelliten-Telefone ausgeliehen. Die Dame, die diese Telefone herausgibt, berichtete, dass in 9Jahren nur einmal das Telefon eingesetzt wurde. Dennoch gibt es uns ein besseres Sicherheitsgefühl. In Goose Bay müssen wir es wieder abgeben.

Der Trans Labrador Highway, Hwy 500, ist zwar nur zweispurig, verfügt jedoch über eine Asphaltdecke vom Feinsten. Endlich sitzt man nicht mehr wie auf einer Vibrationsplatte mit ständigen Überraschungslöchern. Die 500 führt vorbei an unendlich vielen Seen, die wunderschöne kleine bewachsene Inseln beherbergen.

Hier oben in Labrador kommen jetzt schon die Herbstfarben, die Blätter beginnen sich zu verfärben. Der Herbst naht mit riesigen Schritten. Die Temperaturen sinken, je weiter wir uns in den Norden/Nordwesten vorwagen.

Und noch etwas: Kaum Trucks, wenige Pickups und bisher keine Wohnmobile. Die Ferienzeit ist hier in Kanada vorbei, ausländische Touristen wählen offensichtlich andere Routen.

Wir stehen auf einer Rest Area am Churchill River, dessen Wasser unterirdisch durch ein Wasserkraftwerk umgeleitet wird. Das gigantische Flussbett ist fast ausgetrocknet. Nur die riesigen, vom Wasser der früheren Millionen Jahren abgeschliffenen Felsbrocken zeigen, dass es mal ein urgewaltiger Fluss gewesen sein muss. Wasserkraftwerke sind sicherlich besser als alle anderen mit Kohle, Gas oder Atomkraft betriebenen Kraftwerke. Stimmt, aber der Anblick des ausgetrockneten Flussbettes stimmt uns trotzdem etwas traurig…natürlich wissen wir, dass man den riesigen Energiebedarf kaum zurückdrehen kann. Dazu kommen die Stromtrassen mit den Hochspannungsleitungen, die wie tiefe Einschnitte in die Landschaft wirken.

Bedingt durch die geologische Lage Labradors, wo sich die Wetter/Winde vom Eismeer und dem Atlantik treffen, regnet es hier unglaublich viel. Für einen knapp einstündigen Spaziergang haben wir Glück, dass es mal nicht regnet. Da es hier schon früh dunkel wird, ziehen wir die Sicherheit in unseren Wohnmobilen vor. Auf dem Weg entdecken wir Spuren von Elchen, diese sehen wir uns lieber aus den bequemen Sesseln im Auto an.

Der Autoverkehr lässt deutlich nach, sodass wir eine ruhige Nacht erwarten.

Nächstes Ziel am Donnerstag ist das gigantische Wasserkraftwerk Churchill Fall, bevor wir dann die restlichen 280 km bis Goose Bay gemütlich fahren werden.

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