Von Whitehorse nach Dawson City

Von Whitehorse nach Dawson City auf dem Klondike Highway, dem Zentrum des Goldrausches vor 120 Jahren.

Wir befinden uns mehr als 1000 km nördlich der Brandherde in der Region südlich von Prince George City. In den Achtuhrnachrichten höre ich, dass immer weitere Menschen evakuiert werden müssen. Starke Winde beschleunigen die Flammen. Es wird keine kurzfristige Änderung der Wettersituation vorhergesagt, Even worse…sogar noch schlimmer. Dieses Jahr sind hier in Kanada die Auswirkungen des Klimawandels besonders zu spüren. Erst die großen Überschwemmungen, die wir auch „hautnah“ miterlebt haben, und jetzt die großen Brände in British Columbia.

Wir überstehen die helle Nacht auf dem Parkplatz der Supermarktkette Walmart; viele andere Camper, auch aus Europa, stehen dort ebenfalls. Wir treffen einige deutsche und europäische Touristen, die sich für unsere Camper interessieren und meist mit der Frage, wie wir diese hierher geschafft haben. Eine interessante Begegnung hat wir mit einem ca. 30jährigen Motorradfahrer aus Bern, der mit seiner BMW eine Weltreise unternimmt. Von Europa über Asien, mit dem Flugzeug inkl. Motorradmitnahme von Südkorea nach Vancouver, jetzt nach Alaska und dann über Montreal zurück nach Bern.

So treffen wir immer wieder interessante Reisende. Auch ein junges Studentenpärchen hat für ein Jahr ein Work- and Travel-Visum. Sie haben sich ein Auto gekauft, jobben zwischendurch und werden den Wagen am Ende der Reise wieder verkaufen. Der Austausch ist immer wieder interessant und bereichernd.

Hier im hohen Norden scheinen die einheimischen Sitten und der Umgangston mit den Touristen etwas rauer; da kommt dann bei mir manchmal Ärger hoch…na weiter geht’s…ich muß die Welt nicht mehr retten!

Gerade in Dawson City angekommen, 63.Breitengrad...die alte Goldader-Stadt, die Abraumhalden liegen seit 100 Jahren entlang des Highways, der in die City führt.Tageslicht hier momentan 21 Stunden!

Gerade in Dawson City angekommen, 63.Breitengrad…die alte Goldader-Stadt, die Abraumhalden liegen seit 100 Jahren entlang des Highways, der in die City führt.Tageslicht hier momentan 21 Stunden!

Auf dem Weg nach Dawson City erleben wir die wohl bislang schönste Strecke auf dem Klondike Highway entlang des Stewart Rivers. Unterwegs machen wir ein Fotostopp an den Five Finger Rapides. Hier haben sehr, sehr viele vom Goldrausch angetriebene und unerfahrene Kanupaddler in den Strudeln dieses gigantischen Flusses ihr Leben verloren. Viele Geschichten gibt es dazu, die wir uns in der sagenumwobenen Stadt Dawson Vorort in den Museen und Restaurants ansehen wollen.

Renate war schon vor genau 25 Jahren hier und ist die beste Reiseführerin, die sich sowohl mit der Geschichte als auch mit der Region hier auskennt. Damals hat sie schon ein Video gedreht, das sie mir zur Vorbereitung gezeigt hat. In Whitehorse hat sie im Visitor Center noch ein Video gekauft, in dem der in Dawson aufgewachsene Autor sehr authentisch den Ort und die Erfolgsgeschichten und auch die Dramen während des Goldrausches beschreibt.

170 km vor Dawson haben wir eine Rest Area direkt am Stewart River gefunden. Kaum zu glauben, aber wahr, da sitzen drei Einheimische mit Schüttelblechen und suchen nach Gold…Renate konnte diese etwas skurrile Situation filmen … ich war mit dem Aufbau meiner Groundplane beschäftigt.

Wir sind jetzt 63 Grad nördlicher Breite, die Sonne scheint nicht untergehen zu wollen. Um Mitternacht verschwindet sie etwas und kommt doch nach ca 1 Stunde wieder hervor.

Die Five Rapids haben mit ihren starken Strudeln Zighundert vom Goldrausch Besessenen das Leben gekostet.

Die Five Rapids haben mit ihren starken Strudeln Zighundert vom Goldrausch Besessenen das Leben gekostet.

Hier herrscht absolute Ruhe, kein Lärm durch unsere Zivilisation, unendliche Weite der Wälder, ein reißender Stewart River, gegen diese Strömung könnte ich nicht anpaddeln. Wir genießen diese Atmosphäre, zumal die Lufttemperaturen auf der Reise hierher von zuvor 15 Grad auf 23 Grad angestiegen waren, jedoch mit einer hohen Luftfeuchtigkeit.

Etwas Amateurfunk:
Mit dem Flex6700 sehe ich mir die Bänder an. Ein USA RTTY Contest läuft. Etliche US Stationen kommen durch. Das cw Band ist praktisch tot. Ich bekomme eine Verbindung mit einer W7-Station aus Washington hin. Das wichtigste war jedoch für mich, hier weit weg von allen Störquellen, die eigenen Störsignale aus meiner Bordelektronik zu messen. Und da habe ich einiges gefunden. Der 1KW-Wechselrichter produziert unglaublich starke Störspektren, die auf 160 m bei S9 plus 10 dB liegen. Der 13 Volt Stabilisator hat in regelmäßigen Abständen Peaks mit großen Amplituden. Auch eine bisher für mich nicht bemerkbare Störquelle.

Wenn ich diese systematisch abschalte, dann geht der Noiselevel im Flex auf – 110 dB zurück, ca S1, bei 400 Hz Bandbreite. Besser geht’s wohl nicht! So, jetzt kann ich auf der Basis nächste Optimierungen vornehmen.

Ansonsten ist es von hier aus in dieser Jahreszeit kaum möglich, mit Europa Funkverbindungen herzustellen. Aber es war eine wichtige Erfahrung, diese Tests hier zu machen.

Nach Dawson City wollen wir weiter in Richtung Alaska…!

Mobilfunknetz und Internetzugänge werden immer seltener, auch Rundfunkstationen gibts nur in der Nähe von Städten.

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